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Namibia 2010
Rundreise mit dem Allradcamper – Wüste und wilde Tiere

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Samstag, 17.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 28 °C
Sesriem – Naukluftberge

Wieder standen wir mit Sonnenaufgang auf. Nach dem Frühstück fuhren wir noch mal zum Sesriem Office, wo wir bezüglich der Permits für den Namib-Naukluft Park auf das Office in Naukluft verwiesen wurden (als unsere erste Station im Park). Dann hielten wir noch mal an der Engen-Tankstelle, um wieder vollzutanken, den Wassertank aufzufüllen, etwas einzukaufen (Trinkwasser, Holz, Postkarten) und Geld zu holen, denn diesmal funktionierte auch der Geldautomat. Um 7.45 Uhr fuhren wir los, zunächst auf der C19 nach Süden, dann auf der D845 Richtung Naukluftberge. Auf der Strecke sahen wir ein paar Erdhörnchen. Für die letzten 10 km Stichstraße zum Naukluft Camp bzw. Koedoesrus Camp brauchten wir wegen des schlechten Zustands noch 45 Minuten, diese Strecke ist nur bedingt PKW-tauglich. Gegen 10 Uhr waren wir dort. Die Übernachtung war beim NWR vorgebucht. Wir meldeten uns an und durften uns eine der 10 Campsites aussuchen. Dann gingen wir nach nebenan ins MET Office, wo wir das Permit für den Naukluftpark (N$90 für 2 Personen d.h. 2x40 N$ +10 N$ für das Auto) sowie für die Blutkuppe einschließlich Übernachtung (N$90 + N$80 bzw. N$170 für 2 Personen mit Auto pro Nacht) bekamen. Uns wurde noch gesagt, wir sollten beim Wandern alles im Auto fest verschließen wegen der Paviane.

Anschließend fuhren wir zwei Kilometer zurück zum Abzweig für den Olive Trail. Die letzten zwei Kilometer vom Abzweig bis zum Parkplatz am Trailhead sind nicht PKW-geeignet. Der Trail war mit 4-5 Stunden und 10 Kilometer Länge angegeben. Um 11 Uhr liefen wir los. Es ging ein kurzes Stück den Fahrweg zurück, dann rechts und gleich darauf geht links der Pfad ab. Anfangs ging es recht steil auf das Plateau hinauf. Nach einer Stunde hatten wir das steilste Stück geschafft und machten eine kurze Rast auf ein paar Felsen mit schöner Aussicht. 15 Minuten später waren wir ganz oben. Nun verlief der Pfad ein Stück auf dem Plateau, bevor es in einem ausgetrockneten Flussbett mit viel Geröll wieder bergab ging. Eine ganze Weile läuft man so weiter, man muss immer aufpassen, wo man hintritt. Auch ein paar größere Felsbrocken sind zu überwinden. Bald läuft man sehr schön zwischen roten Felswänden entlang mit ein paar Köcherbäumen links und rechts. Nach insgesamt drei Stunden erreichten wir die berüchtigte Stelle, wo sich der Canyon verengt und man ein Wasserloch nur an in den Fels eingelassenen Ketten hängend überwinden kann. Wir wählten die linke Seite, da die rechte nur schwer machbar schien. Auch links war nicht einfach, vor allem das letzte Stück, wo man keinen richtigen Halt für die Füße mehr findet und man sich voll in die Kette hängen muss. Aber dann hatten wir auch dies überwunden. Noch ein bisschen weiterklettern, wieder ging es über große Felsblöcke, dann stießen wir wieder auf den 4x4 Naukluft-Trail. Gegen 15 Uhr waren wir nach insgesamt vier Stunden wieder zurück am Parkplatz. Unterwegs haben wir ein paar Zwergpapageien (Liebesvögel) gesehen, leider keine Paviane oder Bergzebras. Der Wanderweg war gut zu erkennen und auch gut markiert mit weißen Fußabdrücken.

Nun fuhren wir zum Campingplatz, der in einem Tal an einem Bach direkt in den Naukluftbergen liegt. Wir hatten noch fast die freie Auswahl und entschieden uns für die Nummer 2. Später am Abend waren fünf Plätze belegt. Wieder wurde lecker gegrillt.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 123 km
Übernachtung: Naukluft Camp NWR 200 N$ (ca. 20 Euro)




Sonntag, 18.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 28 °C
Naukluftberge – Blutkuppe

Um 7.30 Uhr verließen wir das Naukluft Camp. (Bei einem weiteren Tag Aufenthalt hätte man noch den 17km langen Waterkloof-Trail laufen können.) 30 Minuten brauchten wir für die 10km-Strecke zurück zur D845. Ab Büllsport ging es dann auf der C14 nach Solitaire, das wir um 9 Uhr erreichten. Glücklicherweise war auch am Sonntag geöffnet. Wir tankten noch einmal voll und kaufen frisches Brot und den berühmten Apfelkuchen. Mit einem Kaffee dazu machten wir es uns in dem kleinen Gärtchen neben der Bäckerei gemütlich. Anschließend gingen wir noch in den kleinen Laden an der Tankstelle, wo es auch das Notwendigste (Grillfleisch, Kartoffeln, Getränke – Alkohol allerdings nicht sonntags) zu kaufen gibt. Die ganze Anlage ist sehr sauber und ordentlich. Hier hat es uns gut gefallen. Noch ein paar Fotos von den alten Autowracks gemacht, und nach 40 Minuten Aufenthalt machten wir uns auf die Weiterfahrt. Wir überquerten den südlichen Wendekreis (Tropic of Capricorn) zwischen der Rostock Ritz Lodge und dem Gaub Pass. Dann ging es durch den Kuiseb Canyon, wo uns auch ein Kudu über den Weg lief. Gegen 11.30 Uhr bogen wir hinter der D1989 die nächste Straße in Richtung Ganab (Permit required) ab. Wir querten die D1982 und fuhren weiter Richtung Hotsas. Ab hier hieß es „4x4 Only“, aber die Strecke war auch nicht schlechter als vorher. Entlang des Weges sahen wir ein paar Oryxe, viele Erdhörnchen und sogar ein paar Erdmännchen. Auf einer Anhöhe (Volstruishoogte) machten wir um 12.30 Uhr eine kurze Lunchpause.

Nun waren es noch 20 km bis zur Blutkuppe. Um 13 Uhr waren wir dort. Wir schauten uns zunächst die Stellplätze rund um den Hügel an, dann fuhren wir noch zwei Kilometer weiter Richtung Tinkas bis zum Trailhead für den Rock Sculpture Trail. Um 13.45 Uhr liefen wir los. Der Weg war mit 2-3 Stunden angegeben. Insgesamt haben wir 2,5 Stunden gebraucht. Die Strecke war mit weißen Markierungen sehr gut gekennzeichnet (zumindest auf dem Hinweg). Am Ende erklommen wir den Sentry Hill, von dem man eine tolle Aussicht auf die uns umgebende Felslandschaft hatte. Wir fanden den Pfad, der auf der anderen Seite wieder hinab führte. Weiter unten fingen die Markierungen wieder an, doch bald verloren sie sich dann. Wir liefen links in einem fast ausgetrockneten Flussbett auf grauem Granit weiter, dann peilten wir mit dem GPS das Auto an und liefen mehr oder weniger geradeaus darauf zu. Irgendwann stießen wir zufällig wieder auf ein paar vereinzelte Markierungen. Am einfachsten und schönsten wäre es vielleicht doch gewesen, den gleichen Weg zurück zu gehen. Unterwegs haben wir ein Warzenschwein gesehen und eine nur handtellergroße Schildkröte.

Zurück an der Blutkuppe wählten wir eine der Campsites im Nordwesten. Die Nummer 10 war schon belegt, so wählten wir die Nummer 11 (laut GPS). Zum Sonnenuntergang färbte sich die Blutkuppe rot, daher der Name. Auch an diesem Abend gab es wieder Wildfleisch vom Grill sowie Folienkartoffen und in Butter gebratene Möhren.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 258 km
Übernachtung: Blutkuppe Camp 80 N$ (ca. 8 Euro) + 90 N$ Permit




Montag, 19.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 32 °C
Blutkuppe – Tinkas – Rock Arch

Kurz nach 7 Uhr brachen wir auf. Wir fuhren Richtung Tinkas und hielten kurz am Schutztruppengrab von Klein Tinkas. Dies war auch als 4x4-Strecke ausgeschrieben und die Straße war wirklich ziemlich schlecht, zum Teil mit spitzen Steinen oder sandig, wenn es durch die ausgetrockneten Flussbetten ging. Man kommt teilweise nur mit 5-10 Stundenkilometern voran. Die Untersetzung brauchten wir allerdings nicht zuschalten. Wir sahen einen Geier und ein paar Zebras, kurz nachdem wir Richtung Mid Tinkas und Rock Arch abbogen.

Gegen 8.10 Uhr erreichten wir den Trailhead zum Tinkas Nature Walk, der mit 4-5 Stunden angegeben war. Um 8.20 Uhr liefen wir los. Es war keine Richtung angegeben, also entschieden wir uns, zunächst über den Hügel und dann durch das Flussbett zurückzulaufen. Wir liefen ein Stück zurück auf dem Fahrweg bis zu der Stelle, wo der Trail abzweigte, was mit einer weißen Markierung versehen war. Ein paar weitere Markierungen fanden wir noch den Hügel hinauf, doch dann verloren sie sich. Wir beschlossen einfach mehr oder weniger geradeaus den Hügel zu überqueren. Irgendwann müssten wir dann automatisch auf das Flussbett stoßen. So war es dann auch. Im Flussbett angekommen (nach 45 Minuten) sahen wir weiter rechts wieder eine Markierung, wir hätten uns also noch weiter rechts halten sollen. Weitere Markierungen haben wir im Verlauf des Trails dann aber nicht mehr gefunden, eigentlich musste man jedoch nur dem Flussbett folgen, und sich bei jedem Abzweig rechts halten. Wir liefen unterhalb des Sentry Hills vorbei (nach insgesamt einer Stunde), und kreuzten somit unseren Pfad vom Vortag. Offenbar hätte man vor dem Sentry Hill eine Abkürzung nehmen können, aber auch hier sahen wir keine Markierung, also hielten wir uns an das Flussbett. Einmal um den Sentry Hill drumrum, ab hier wurde die Landschaft dann auch interessanter mit roten Felsbrocken ähnlich wie am Vortag auf dem Rock Sculpture Trail. Wir folgten weiter dem fast trockenen Flussbett, bis wir nach insgesamt 2,5 Stunden auf den Tinkas River stießen, der sogar teilweise noch fließendes Wasser hatte. Ab und an musste man über große Felsbrocken klettern. Mittlerweile war es in der Mittagssonne ganz schön warm. Bis auf ein paar kleine Eidechsen und Vögel sahen wir unterwegs keine Tiere. Um 12 Uhr waren wir zurück am Parkplatz, nach insgesamt 3 Stunden 40 Minuten. Der Trail war nicht uninteressant, aber vieles erinnerte an den Rock Sculpture Trail, und man lief zum Teil sehr lange durch sich ähnelnde Landschaft.

Bis zum Rock Arch (Archer's Rock) waren es nun noch 6 Kilometer. Wir fanden hinter dem Arch eine Campsite mit schöner Aussicht. Es gab noch eine weitere Campsite unterhalb eines kleinen Felsbogens, aber die Zufahrt war ziemlich kritisch, steil und mit großen Löchern im Fahrweg, die zum Teil schon mit Steinen ausgelegt waren. Später fand sich noch ein weiterer Camper ein, der sich einfach vor einen Felsen mit Blick auf den Rock Arch stellte. Wir verbrachten den Nachmittag mit Lesen sowie Reisebericht und Postkarten schreiben. Mittlerweile wehte ein sehr kühler Wind. Wie schon am Vortag nutzten wir die Außendusche an unserem Camper. Leider wurde das Wasser nicht richtig warm, und im kühlen Wind wurde es nur eine Katzenwäsche.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 18 km
Übernachtung: Rock Arch Camp 80 N$ (ca. 8 Euro) + 90 N$ Permit

Dienstag, 20.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 25 °C
Rock Arch – Welwitschia DriveMoon LandscapeSwakopmund

Um 7.15 Uhr fuhren wir los. Für den Rückweg vom Rock Arch auf der 4x4-Strecke brauchten wir 30 Minuten. Zwischen Mid Tinkas und Groot/Big Tinkas sahen wir sehr viele Tiere: Zebras, Springböcke, Oryxe, Strauße, einen Schakal, ein Warzenschwein und kurz vor dem Abzweig auf die C28 auch noch ein paar Erdhörnchen. Aufgrund der Tiersichtungen und der teils schlechten Wegstrecke kamen wir nur langsam voran. Es war 9.30 Uhr als wir auf die C28 einbogen. Auch hier sahen wir noch viele Tiere u.a. auch noch einen Löffelhund und eine Gruppe von Erdmännchen.

Da unser Permit für den Namib-Naukluft-Park noch gültig war, bogen wir um 10.45 Uhr auf den Welwitschia Drive ein, dem wir jedoch nicht bis ganz zum Ende zur ältesten Welwitschia der Welt, deren Alter auf etwa 1500 Jahre geschätzt wird, folgten, da die Straße eine einzige Wellblechpiste war. Nach einer Weile fuhren wir zurück und bogen Richtung Moon Landscape ab. Wir hielten am Aussichtspunkt und fuhren dann über die Oase von Goanikontes durch das Bett des Swakop Rivers auf die B2.
Bis hierher waren uns kaum Autos begegnet. Mit dem eingebauten Kompressor erhöhten wir den Reifendruck wieder auf vorne 2,7 und hinten 3,5 bar für die Fahrt auf Teer.

Um 14 Uhr erreichten wir Swakopmund. Wir hatten nicht reserviert, bekamen aber problemlos einen Stellplatz im Alte Brücke Resort mit eigenem Sanitärhäuschen. Der Platz war nicht komplett belegt.
Dann machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Bis ins Zentrum waren es ca. 10-15 Minuten. Zunächst liefen wir hoch bis zum Lighthouse Cottage and Tea Room, wo wir uns leckeren Kuchen und Kaffee gönnten. Nach dieser 30minütigen Pause klapperten wir weiter die Sehenswürdigkeiten von Swakopmund ab mit seinen alten, schön erhaltenen Kolonialhäusern. Für den Stadtrundgang brauchten wir insgesamt etwa zwei Stunden. Unterwegs versorgten wir uns auch noch mal mit Bargeld. Außerdem begegneten wir zum ersten Mal dem roten Bus von Rotel Tours. Da wir noch Zeit hatten, gingen wir noch mal kurz zurück zur Campsite. Für die W-LAN-Nutzung zahlten wir N$ 20 (10MB). So konnten wir nach 1,5 Wochen mal wieder in Kontakt mit der Außenwelt treten. Die größte Neuigkeit war, dass der Luftraum über Europa wegen der Aschewolke des Eyjafjallajökulls zur Zeit gesperrt war!

Zum Sonnenuntergang um 17.45 Uhr waren wir wieder an der Jetty, und anschließend ging es zu Kücki's Pub zum Abendessen. Wir bestellten einmal frischen Line Fish (Kabeljau) und einmal Schwertfisch mit Bratkartoffeln und jeweils einem Beilagensalat. Inklusive einem großen Glas Bier und zwei Gläsern Weißwein zahlten wir nur N$ 224 plus Trinkgeld.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 219 km
Übernachtung: Alte Brücke Campsite 280 N$ (ca. 28 Euro)




Mittwoch, 21.4.2010, Wetter: zunächst neblig, dann sonnig, ca. 28 °C
Swakopmund – Ameib Ranch

An diesem Tag begrüßte uns der morgendliche Küstennebel von Swakopmund. Ab 7.15 Uhr bietet das Alte Brücke Resort ein Frühstücksbüfett an, für 65 N$ pro Person, das wir nutzen wollten. Es gab Brot, Croissants, Rührei, Würstchen, Baked Beans, Müsli, Cornflakes, Obstsalat, Quark, Kaffee, Tee, und man konnte sich auch Rührei oder ein Omlett machen lassen. Das war mal eine nette Abwechslung.

Mit gut gefülltem Magen fuhren wir zum Superspar für den zweiten Großeinkauf dieser Reise. Die meisten unserer Vorräte waren inzwischen zur Neige gegangen. Auf Nachfrage bekamen wir an der Fleischtheke auch eingeschweißtes Game Meat (Kudu). Außerdem holten wir noch mal die leckere Boerewors und zwei Spieße Beef mit Curry, die aber nicht so gut waren, wie wir später feststellten. Den Fleischmarkt auf der anderen Straßenseite sahen wir leider zu spät. Die umgerechnet ca. 100 Euro zahlten wir mit Kreditkarte. Da der Spar-Markt fast kein Brot hatte, hielten wir noch bei einem deutschen Bäcker an der Daniel Tjongarero Avenue, den wir am Vortag gesehen hatten.

Um 9.45 Uhr kamen wir dann los. Auf der B2 ging es nach Usakos, wo wir zur Ameib Ranch abbogen. Gegen 12 Uhr kamen wir dort an. Auch ohne Reservierung war es kein Problem, einen Platz zu bekommen. Der offene Restaurantbereich sah auch sehr nett aus, aber wir hatten ja gerade erst frisch eingekauft. Auch der Campingplatz hat uns gut gefallen, insgesamt eine schöne Anlage. Leider ist die Ameib Ranch nur wenige Monate nach unserem Aufenthalt verkauft worden. Für die Camper gab es hier auch einen Pool. Dort haben wir erst mal eine zweistündige Pause eingelegt. Das Wasser war uns allerdings zu kalt zum Baden.

Anschließend fuhren wir dann die kurze Strecke zum Parkplatz des Trails zur Phillip's Cave. Um 14.45 Uhr liefen wir los. Der Trail war nett zu laufen, erst bergauf, dann bergauf, am Schluss noch mal einen Hügel hoch. Ein paar Mal musste man über ein paar Felsen klettern. Nach 30 Minuten standen wir in der Höhle mit dem berühmten Weißen Elefanten. Auch weitere Felszeichnungen waren zu erkennen: Giraffen, ein Oryx, ein Strauß, ein paar Buschmänner. Von der Höhle hat man auch eine schöne Aussicht. Das hat uns gut gefallen. Auf dem Rückweg begegneten wir noch einer Echse, die mit Schwanz fast einen halben Meter lang war, ein Giant Plated Lizard, wie wir später erfuhren.

Zurück am Parkplatz fuhren wir weiter zur Bull's Party, einer Ansammlung von riesigen Felskugeln, die schön im Nachmittagslicht lagen, wobei ein Großteil der Felsen um diese Zeit (16. 15 Uhr) aber schon im Schatten lag. Nach 45 Minuten machten wir uns auf den Rückweg, wobei wir ein paar Klippschliefer, einen Klippspringer und eine Gruppe von Pavianen sahen.

Zurück auf dem Campingplatz genossen wir eine heiße Dusche. Vier der ca. zehn Stellplätze waren inzwischen belegt. Als sich eine Gruppe von etwa 15 Leuten direkt neben dem Platz unserer Wahl breit machte, flüchteten wir ans andere Ende des Campingplatzes, wo wir noch einen ruhigen Grillabend genossen.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 184 km
Übernachtung: Campsite Ameib Ranch 240 N$ (ca. 24 Euro)




Donnerstag, 22.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 28 °C
Ameib Ranch – Spitzkoppe

Mit Sonnenaufgang gegen 6 Uhr standen wir auf. Um 6.50 Uhr waren wir abmarschbereit. Wir fuhren zum Parkplatz vom Klettersteig am Elefantenkopf (unterwegs sahen wir ein paar Kudus), und um 7.15 Uhr liefen wir los. Wenn man links unten um den Elefantenkopf herum läuft, findet man viele grüne Markierungen mit weißem Pfeil. Manchmal muss man jedoch nach hinten schauen, um sie zu sehen. Zunächst lief man an vielen großen Felskugeln vorbei, ähnlich wie bei Bull's Party. Nach 15 Minuten fing die Kletterei an. Über Felsbrocken, teilweise durch Gestrüpp, durch Felsspalten, in denen man keinen großen Rucksack tragen sollte, und mit Hilfe von ein paar Steigeisen ging es nach oben, immer mit schöner Aussicht. Das letzte Stück ist nichts für Leute mit Höhenangst, da man dort mit Hilfe von Steigeisen ein Stück von fast (geschätzt) 4 Metern überwinden muss. Nach insgesamt gut 30 Minuten waren wir oben. Nun galt es noch einen großen Schritt über eine Felsspalte zu machen, dann ging es über glatten, aber teils abschüssigen Fels wieder nach unten. Man sollte auf jeden Fall Schuhe mit gutem Grip tragen. Unterwegs kommt man noch an einem kleinen Felsbogen auf der linken Seite vorbei. Nach insgesamt einer Stunde waren wir wieder unten. Wir machten noch einen kurzen Abstecher zu Bull's Party. Einige Felsen lagen jetzt besser im Licht als am späten Nachmittag. In einer Art Höhle ganz am Anfang des Bereichs befinden sich zwei Bänke und ein Tisch sowie moderne Kopien von alten Felszeichnungen, die man auf dem Gelände der Ameib Ranch gefunden hat.
Um 8.30 Uhr waren wir zurück am Auto. Beim Rausfahren aus dem Farmgelände sahen wir noch einen Oryx und einen Toko.

Da es vorerst weitgehend auf Schotter weiterging, hatten wir wieder Reifendruck abgelassen: auf 2,3 bar vorne und 2,7 bar hinten. Wir fuhren zurück nach Usakos und bogen nach ein paar Kilometern Teer Richtung Spitzkoppe Restcamp ab. Kurz vor dem Eingang kamen wir an einigen Edelsteinverkäufern vorbei. Um 10.25 Uhr waren wir am Ziel und wurden freundlich empfangen. Wir meldeten uns zum Übernachten an und wurden darauf hingewiesen, dass der hintere Teil der Spitzkoppe als Game Reserve gesperrt ist (seit 2007 der Film 10,000 BC zum Teil hier gedreht wurde) und dass wir zu den Rock Art Sites einschließlich Bushman's Paradise nur mit einem Guide hindürfen. Somit fuhren wir erst mal die ganzen kleinen Wege ab u.a. zur schönen Rock Bridge und schauten uns schon mal die verschiedenen Campsites an. Unterwegs sahen wir einige Klippschliefer, Klippspringer, Tokos und eine schwarze Manguste. Am Parkplatz von Bushman's Paradise sahen wir die Kette, an der man sich den Felsen hochziehen kann. Darauf hätten wir schon Lust gehabt, aber auf eine Führung weniger. Small Buschman's Paradise, nur wenige Meter vom dazugehörigen Parkplatz, schauten wir uns aber noch an. Wir fuhren daraufhin zum Westteil der Spitzkoppe, und auf einmal waren wir schon auf der Rückseite, ohne ein Gate oder ein Schild „Road Closed“ gesehen zu haben. Das kam erst auf Höhe des Rock Arches. Diesen schauten wir uns dann aber auch noch kurz an, bevor wir auf dem gleichem Weg zurückfuhren. Tiere haben wir hier keine gesehen.

Gegen 14 Uhr machten wir es uns dann erst mal auf der Campsite Nr. 5 an der Rock Bridge bei einer Tasse Kaffee gemütlich. Hier sahen wir eine Felsenagame und wieder einen Giant Plated Lizard, der gut einen halben Meter groß war. Aber er verdrückte sich schnell in eine Felsspalte. Gegen 15.30 Uhr liefen wir noch mal zur Rock Bridge hoch, um ein paar Fotos im Nachmittagslicht zu machen. Dann fuhren wir zur schönen, abgelegenen Campsite Nr. 13 in der Nähe von Small Bushman's Paradise. Sonne hatten wir hier allerdings nur bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Dafür konnte man die Spitzkoppe im Morgenlicht schön leuchten sehen. Kurz nachdem wir von der Rock Bridge weggefahren waren, sahen wir den roten Truck der Rotel Tours die Campsites direkt davor einnehmen, da waren wir froh, dass wir nicht dort in der Nähe geblieben waren. Gegen 17 Uhr kamen allerdings noch drei Kinder mit Hunden bei uns vorbei und bettelten um Essen. Da war uns gar nicht wohl dabei, da es an der Spitzkoppe auch schon mal zu Überfällen gekommen sein soll. Aber wir hofften mal, dass das eher die große Ausnahme ist, schließlich lebt die Damara Community von den Einnahmen durch die Touristen…

Zurückgelegte Fahrstrecke: 126 km
Übernachtung: Spitzkoppe Restcamp 110 N$ (ca. 11 Euro)

Freitag, 23.4.2010, Wetter: vormittags Nebel, nachmittags sonnig, ca. 20 °C
Spitzkoppe – Cape CrossSkelettküsteDamaraland

Es war wieder ein sonniger Morgen. Gegen 7.10 Uhr verließen wir die Spitzkoppe über das West Gate, das offen aber nicht besetzt war. Es galt eine sehr sandige Flussdurchfahrt zu queren, und man musste ein Tor passieren, dass ein Edelsteinverkäufer für uns öffnete, wobei er natürlich noch schnell seine Ware feilbot. Weiter ging es auf der D1918 zur Küste. Dies war weitgehend eine glatte Piste, man muss aufpassen, dass man hier nicht zu schnell unterwegs ist. Am Straßenrand sahen wir einen Schakal und ein paar Erdhörnchen. Etwa 60 km vor Henties Bay fuhren wir in eine dicke Nebelwand hinein, aber die Sicht war noch OK. Gegen 8.50 Uhr hatten wir den kleinen Küstenort erreicht. Wir tankten auf und kehrten noch in ein von einem Holländer geführtes Coffee House an der Hauptstraße des Ortes ein, wo wir uns ein zweites Frühstück mit Pancakes und Kaffee gönnten. Um 9.30 Uhr fuhren wir weiter.

Auf der C34 ging es nach Norden die Küste hoch. Bis Cape Cross war die Straße geteert und man konnte 100 km/h fahren. Kurz vor dem Abzweig zur Seelöwenkolonie konnte man an der Straße an vielen unbemannten Ständen Salzkristalle erstehen. Die Öffnungszeiten von Cape Cross laut Eingangstor sind 8-17 Uhr. Um 10.30 Uhr hatten wir den Eingang zur Seal Colony erreicht. Wir zahlten N$ 90 für 2 Personen ($40pp plus N$ 10 für das Auto), dann ging’s weiter zum Parkplatz. Als wir ausstiegen, schlug uns der Gestank der Robben entgegen, aber es war noch erträglich. Wir fanden es toll direkt neben und über den Seelöwen auf Holzstegen herumlaufen zu können. Unglaublich, wie viele Tiere hier versammelt sind!
Nach 40 Minuten machten wir uns auf die Weiterfahrt.

Es lag noch eine lange Fahrtstrecke vor uns, die insgesamt längste unseres Urlaubs, und das fast nur auf Schotterpisten. 126 km hinter Henties Bay hatten wir um 12 Uhr den Eingang zum Skeleton Coast National Park erreicht mit den markanten Totenköpfen auf dem Eingangstor. Wir mussten etwa 20 Minuten warten, da der Ranger offenbar mit einem defekten Auto beschäftigt war. Wir bekamen ein Transit Permit. Eintritt mussten wir komischerweise keinen zahlen. Bis 15 Uhr muss man spätestens hier eingefahren sein, damit man es rechtzeitig bis ans andere Ende schafft. Die Piste wurde nun schlechter. Es gab viel spitzes Lavagestein. Hoffentlich halten unsere Reifen!
16 km nach dem Gate weist ein unscheinbares Schild auf ein Schiffswrack (die Montrose) hin, das wir uns anschauten. Hier legten wir auch eine Lunchpause ein. Um 13 Uhr ging es weiter. Nun riss auch der Himmel auf, und die Sonne kam wieder durch. Nach weiteren 25 km kamen wir an einem alten Oil Rig vorbei, das heute eine Vogelkolonie beherbergt. Schließlich bogen wir auf die C39 landeinwärts ab. Insgesamt 143 km waren es durch den Park bis zum nördlichen Gate.

Um 14.50 Uhr passierten wir das Springbock Gate. Bis 19 Uhr muss man hier den Park verlassen haben. Die wüstenhafte Landschaft der Skelettküste wurde nun abgelöst durch mehr Grün. Es gab tolle Ausblicke auf eine wunderschöne Landschaft mit roten Felsen und Tafelbergen. Auch viele Welwitschias sah man hier am Straßenrand. Es galt eine Vielzahl von Rivieren zu durchfahren. Wir sahen Bergzebras und Oryxe. Ab Cape Cross bis zum Abzweig auf die C43 Richtung Palmwag ist uns nur ein einziges Auto begegnet. Wir blieben auf der C39, und schließlich bogen wir auf die D2612 ab. Nun waren es noch 22 km bis zum Aabadi Mountain Camp. Um 16.45 Uhr waren wir dort. Wir hatten keine Reservierung, aber es war kein Problem, noch einen Platz zu bekommen. Wir waren die einzigen auf dem Campground, und auch von den Tented Camps war nur eins belegt. Offenbar konnten einige Gäste nicht anreisen, da Air Namibia wegen des Vulkanausbruchs in Island einige Tage lang nicht fliegen konnte. Am nächsten Tag sollte es aber mit 17 Gästen wieder voll werden. Wir meldeten uns noch zum Abendessen an, auch das war zum Glück kein Problem. Wir wählten die Campsite Nr. 8 und probierten erst mal die Buschdusche aus. Um heißes Wasser zu bekommen, mussten wir zunächst ein Feuer im kleinen Ofen (Donkey) machen. Hat aber gut funktioniert. Beim Abendessen um 19.30 Uhr waren wir zu viert mit zwei Holländern. Auch der Eigentümer Jerome leistete uns an der Bar Gesellschaft. Für das 3-Gänge-Menü zahlten wir N$220 plus Getränke für zwei Personen. Es gab eine mit Thunfischpaste gefüllte Tomate als Vorspeise, und Bobotie d.h. einen recht scharfen Hackfleischauflauf mit Reis und Salat als Hauptgericht, sowie einen Carrot Cake als Nachspeise. Das war alles sehr gut.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 500 km
Übernachtung: Aabadi Mountain Camp 130 N$ (ca. 13 Euro)







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