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Alpen 2015
Berchtesgadener Land, Salzburger Land und
Steiermark
Rund
um Königssee, Watzmann und Dachstein – bayrische und österreichische
Alpen
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Bildergalerie
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Samstag, 5.9. Fahrt von Düsseldorf nach Flörsheim Wetter:
wechselhaft, 16 °C
Gegen 11.20 Uhr fahren wir los Richtung
Frankfurt. Nach gut zwei Stunden erreichen wir das Hotel Karthäuser
Hof in Flörsheim, wo wir heute übernachten, da wir bei Verwandten
zur Silberhochzeit eingeladen sind. Das Hotel ist nett eingerichtet.
Überall hängen Filmplakate, auch in den Zimmern, und in den Gängen
stehen einige Kino-Memorabilien. Für das Doppelzimmer zahlen wir 72
Euro plus 6,90 Euro pro Person fürs Frühstück. Man schläft sehr
ruhig, da das Zimmer auf den Hof und eine Nebenstraße rausgeht. Bei
geöffnetem Fenster hört man allerdings ab und an mal Flugzeuglärm
vom nahen Frankfurter Flughafen.
Sonntag, 6.9. Fahrt zum Chiemsee
und nach Schönau am Königssee Wetter: meist sonnig mit Wolken, 15
°C
Noch vor dem Frühstück laufen wir in wenigen Minuten bis zum
Main hinunter. Dort findet gerade ein Drachenbootrennen statt. Die
Sonne scheint. Um 9 Uhr hatten wir uns fürs Frühstück angemeldet,
das ganz gut ist. Vom Büffet gibt es eine gute Auswahl mit frischen
Brötchen, Käse, Aufschnitt, gekochtem Ei, Müsli, Joghurt- bzw.
Quarkbecher. Wir fahren noch mal bei den Verwandten vorbei, um uns
zu verabschieden. Um 11 Uhr brechen wir auf. Ca. 6 Stunden zeigt das
Navi an bis zum Zielort Schönau am Königssee. Kurz vor Ingoldstadt
machen wir 30 Minuten Pause bei McDonalds, und dann halten wir noch
einmal für 30 Minuten bei schönem Sonnenschein an der
Schiffsanlegestelle bei Bernau am Chiemsee mit Blick auf die
Kampenwand. Dann biegen wir auf die deutschen Alpenstraße ab und
erreichen gegen 18 Uhr das neue Explorer Hotel Berchtesgaden in
Schönau. Für ein Doppelzimmer zahlen wir 90 Euro mit Frühstück. Das
Hotel ist modern eingerichtet und gefällt uns gut. Freies Internet
gibt es natürlich auch. Da es am Wochenende auf über 1200 Metern
geschneit hat, haben die umliegenden Berge weiße Spitzen, was sehr
schön aussieht. Zum Abendessen gegen 19 Uhr reserviert uns das Hotel
einen Tisch in der Seealm am Königssee. Ein paar andere Restaurants
hatten schon keine Plätze mehr. Zu Fuß brauchen wir 12 Minuten bis
dorthin. Wir essen Bandnudeln bzw. Semmelknödel mit frischen
Pfifferlingen, was sehr gut ist. Dazu trinken wir Bier und
Federweißen. Insgesamt zahlen wir 30 Euro plus Trinkgeld.
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Montag, 7.9. Wanderung zur Schellenberger Eishöhle
Wetter: bewölkt, 15 °C
Das Frühstück im Explorer Hotel hat eine gute
Auswahl. Wer möchte kann sich auch Rühreier selbst zubereiten. Um 9
Uhr sind wir soweit und sitzen im Auto. Nach Berchtesgaden ist es
nicht weit. Dort kaufen wir im Rewe noch ein paar Vorräte ein. Nach
etwa 14 Kilometern erreichen wir hinter Marktschellenberg und einen
Kilometer vor der österreichischen Grenze den Wanderparkplatz zur
Schellenberger Eishöhle und Toni-Lenz-Hütte. Um 9.50 Uhr laufen wir
los. Bis zur Toni-Lenz-Hütte sind es 970 Höhenmeter. Auf einem
breiten Forstweg geht es bergauf. Die durchschnittliche Steigung
beträgt 15 %. Alle 100 Höhenmeter kommt ein Schild mit der
Höhenangabe. Nach gut einer Stunde erreichen wir an einem Wendeplatz
mit mehreren Bänken das Ende der Jeepstraße. Nun wird der Weg
schmaler und interessanter, aber auch felsiger und insgesamt
anstrengender. In einer Kurve erblicken wir dann auch hoch über uns
die Hütte, die wir schließlich um 12.30 Uhr d.h. nach gut 2,5
Stunden erreichen. Unten am Parkplatz waren über 3,5 Stunden
angegeben, das war dann doch ziemlich großzügig bemessen. Die Hütte
liegt auf 1450 Metern Höhe, und man hat eine schöne Aussicht auf das
Tal bei Salzburg und die umliegenden Berge. Wir machen erst mal eine
wohlverdiente Pause von einer Stunde bei Linsensuppe und Bier bzw.
Johannisbeerschorle. Dann laufen wir weiter zur Eishöhle, die sich
etwa 20 Minuten oberhalb der Hütte auf 1570 Höhenmetern befindet.
Die Führungen starten zu jeder vollen Stunde und kosten 6,50 Euro
pro Person mit Gästekarte. Mit uns hat sich insgesamt eine Gruppe
von etwa 10 Personen eingefunden. Die Führung dauert eine
Dreiviertelstunde. Jeder muss einen Helm aufsetzen, dann steigen wir
in die Höhle hinab. Dort bekommen wir noch Lampen, wer keine
Stirnlampe dabei hat. Der Höhlenboden ist mit Eis bedeckt. Über eine
Eisentreppe steigen wir noch weiter hinab. An den Seitenwänden
befinden sich dicke Eisschichten. An einer Stelle ragen auch kleine
Eisstalagmiten aus dem Boden. Der begehbare Bereich ist allerdings
nicht sehr groß, und schon bald geht es wieder nach oben. 15 Minuten
nach Ende der Führung sind wir wieder an der Toni-Lenz-Hütte.
Mittlerweile hat es sich zugezogen, und es nieselt. Wir beschließen
noch mal in der Hütte einzukehren und bestellen einen
Kaiserschmarren mit Apfelmus und Preiselbeeren zum Teilen und zwei
Tassen Kaffee. Den Kaiserschmarren schaffen wir selbst zu zweit
kaum. Um 15.40 Uhr machen wir uns an den langen Abstieg. Nach einer
Stunde erreichen wir wieder den breiten Forstweg. Nach weiteren 40
Minuten sind wir um 17.30 Uhr wieder unten am Auto. Wir fahren noch
etwa 3,5 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle in Österreich, wo der
Sprit etwas günstiger ist. Dafür stehen wir auf dem Rückweg im
nächsten Ort im Stau, da dort ein Dorffest stattfindet. Hunger haben
wir für heute keinen mehr. Wir besorgen im Rewe nur noch ein paar
Getränke für den Abend. Gegen 18.45 Uhr sind wir nach einem langen,
anstrengenden, aber erfolgreichen Tag wieder im Hotel und machen es
uns auf dem Zimmer gemütlich.
Dienstag, 8.9. eBike-Tour ins
Klausbachtal Wetter: erst Regen, ab 9.30 Uhr Wetterbesserung, ab
mittags meist sonnig bis zum späten Nachmittag, 18
°C
Wir
wachen früh auf und frühstücken schon um 7 Uhr. Leider regnet es
draußen. Am Vortag hatten wir uns über die Hotelrezeption Fahrräder
reserviert mit Abholung um 9 Uhr. Wir haben noch etwas Zeit und
hoffen auf Wetterbesserung. Der Regen hört auf, und wir laufen ein
paar Minuten bis zum Fahrradladen. Für je 28 Euro pro Tag (mit
Hotelrabatt) bekommen wir zwei Mountain-eBikes. Kurz nach 9.30 Uhr
radeln wir los Richtung Ramsau. Jetzt kommt sogar die Sonne ein
wenig raus. Es geht ein kurzes Stück leicht bergauf, dann länger
bergab bis runter auf die Hauptstraße und an der türkisfarbenen Ache
entlang. Schon bald erreichen wir die Wimbachbrücke. Dort gibt es
einen kostenpflichtigen Parkplatz für die Wanderer. Wir radeln steil
bergauf bis zur Zahlstation für die Wimbachklamm (Eintritt 1,50 Euro
pro Person mit Gästekarte). Wir parken die Räder und laufen zur
Klamm hinunter. Auf Holzstegen geht es am Wasser entlang. Überall
schießt es aus der Felswand, das sieht toll aus! Am Ende laufen wir
auf dem Hauptwanderweg wieder ein Stück zurück und sind nach einer
halben Stunde wieder an der Zahlstation. Zurück auf der Hauptstraße
geht es fast unmerklich leicht bergauf. Die Akkus ziehen gut mit.
Bald kommt der Abzweig nach Ramsau und zum Hintersee. In Ramsau
halten wir natürlich am berühmten Postkartenmotiv mit der
Pfarrkirche an der Ache und der Reiteralpe im Hintergrund, die
allerdings noch in den Wolken hängt. Weiter geht es zum Hintersee.
Hinter Ramsau biegen wir auf die Kiesstraße zum Zauberwald ab. Nun
geht es ein Stück steil bergauf. Das ist trotz Akkuunterstützung
auch mit den Mountainbikes ziemlich anstrengend, doch wir schaffen
es bis nach oben!
Wir erreichen den See, und es geht wieder ein
Stück bergab. Es ist sehr idyllisch hier mit Ruderbooten und Enten
auf dem See, den Bergen im Hintergrund und einigen schmucken
Gasthöfen am Ufer. Nun sind geht es flach weiter, und gegen 11.30
Uhr erreichen wir die Schranke zur Hirschbichlstraße, die für den
privaten Autoverkehr gesperrt aber für Fahrräder erlaubt ist. Nun
geht es durch das Klausbachtal, durch das auch ein Linienbus fährt.
Alternativ gibt es auch einen Wanderweg neben der Straße. Nach einer
Weile geht es stärker bergauf, und wir erreichen eine Hängebrücke,
die 2010 errichtet wurde. Auf den Bänken oberhalb machen wir kurz
Rast. Es geht ein Stück leicht bergab, und dann folgt ein kurzer
aber sehr steiler Anstieg bis zur Bindalm. Das letzte Stück schieben
wir dann doch ein bisschen. Wir nehmen den kurzen Abzweig zur Alm
auf einem Schotterweg und sind gegen 12.30 Uhr dort. Nun kehren wir
bei einer Brotzeit (mit Schüttelkäsebrot) ein und ruhen uns ein
wenig aus. Dabei können wir größtenteils in der Sonne sitzen. In den
Bergen ringsrum hängen allerdings noch Wolken. Frisch gestärkt
schaffen wir auch noch den letzten steilen Kilometer bis nach
Hirschbichl an der österreichischen Grenze. Über die
Hirschbichlstraße bis hierher haben wir 350 Höhenmeter zurückgelegt.
Dabei waren die eBikes eine tolle Unterstützung. Die Akkuleistung
ist immer noch auf schätzungsweise 75%. 22 Kilometer waren es von
Schönau bis hierher. Auf dem Rückweg brauchen wir uns fast nur noch
rollen zu lassen. Das macht Spaß, geht aber auch in die Bremsen. Um
14 Uhr sind wir wieder an der Schranke an der
Nationalparkinfostelle. Auf dem Rückweg nach Ramsau nehmen wir die
Straße. Es geht weiterhin nur bergab, und nach 10 Minuten sind wir
wieder im Ort. Ab der Wimbachbrücke versuchen wir nun, eine
alternative Route abseits der Haupstraße zu finden, doch das klappt
leider nicht (entweder gibt es keine Strecke oder wir finden sie
nicht). Also fahren wir weiter bis nach Berchtesgaden entlang der
Straße, bis wir den Kreisverkehr am südlichen Ortsende erreichen. Es
ist etwa 15.30 Uhr, und die Sonne scheint. Wir beschließen, uns noch
die Innenstadt von Berchtesgaden anzuschauen. Die Fahrt hoch ins
historische Zentrum ist noch mal etwas anstrengend. Wir schieben die
Fahrräder durch die Fußgängerzone mit ihren hübschen Häusern,
genehmigen uns auf dem Marktplatz noch ein Eis und erreichen
schließlich den Schlossplatz. Dann machen wir uns auf den Rückweg
nach Schönau. Hinter dem Kreisverkehr verlassen wir bald die Straße,
überqueren eine alte, überdachte Holzbrücke und fahren dann auf
einem Schotterweg an der Königsseer Ache entlang. Gegen 16.45 Uhr
sind wir wieder am Fahrradverleih in Schönau und eine Viertelstunde
später zurück im Hotel. Unsere Muskeln sind jetzt auch ganz schön
müde. Insgesamt sind wir 55 Kilometer gefahren. Zum Abendessen
bleiben wir im Hotel. Dort gibt es ein paar Kleinigkeiten wie
verschiedene Flammkuchen und Sandwiches. Wir nehmen den Flammkuchen
mit Speck und Lauch (6,50 Euro), der ganz gut ist.
Mittwoch,
9.9. Bootsfahrt auf dem Königssee und Wanderung zum Röthbachfall
Wetter: meist Wolken, am späteren Vormittag ein bisschen Sonne, 17
°C
Nach dem Frühstück laufen wir in etwa 20 Minuten zum
Königssee. An der Schiffsanlegestelle besorgen wir uns Tickets für
die Fahrt über den See bis zur Endstation Salet für 16,90 Euro pro
Person. Das nächste Boot ist dann auch schnell voll und legt schon
bald ab. Es ist 8.50 Uhr. Bereits seit 1909 fahren die elektrisch
betriebenen Boote geräuschlos und sehr gemütlich über den See. Wir
sind auf dem ältesten Boot mit dem Namen "Watzmann". Jetzt am Morgen
hängen noch Wolkenfetzen tief in den Bergen. Der erste Haltepunkt
ist das berühmte Echo. Der Bootsführer holt dafür die Trompete raus.
Es hört sich schön an, wie die Musik als Echo leise über den See
hallt. Dann geht's zur Bedarfshaltestelle Kessel, und nach 40
Minuten erreichen wir St. Bartholomä. Wir bleiben jedoch sitzen und
fahren noch bis zum Südufer des Sees, das wir nach insgesamt einer
knappen Stunde erreichen. Wir folgen dem Weg zum Obersee und zur
Fischunkelalm. Als wir am Seeufer entlang laufen, leuchtet der See
herrlich türkisfarben in der Sonne. Um diese Zeit ist der Weg noch
relativ menschenleer.
Nach 40 Minuten erreichen wir das Südufer des
Sees, von wo wir noch etwa 30 Minuten leicht bergauf bis zum
Röthbachfall im Talschluss weiterlaufen. Mit 470 Metern Fallhöhe ist
er der höchste Wasserfall Deutschlands. Mittlerweile ist es 11 Uhr,
und leider verschwindet die Sonne bald wieder hinter Wolken. Auf dem
Rückweg kehren wir an der Fischunkelalm ein. Es gibt Speck- und
Kasbrot und für jeden von uns ein Glas frische Almmilch. Auf dem
Rückweg nach Salet kommt uns eine Menschenkarawane entgegen. Um
13.15 Uhr steigen wir in das nächste Boot zurück nach St.
Bartholomä. Die Boote fahren zur Zeit regelmäßig, so dass wir nie
lange warten müssen. An der berühmten Wallfahrtskapelle St.
Bartholomä steigen wir diesmal aus, und laufen noch einen
30minütigen Rundweg. Der Watzmann sollte von hier auch zu sehen
sein, versteckt sich aber weitgehend in den Wolken. Zur Eiskapelle,
dem Gletschertor am Fuß des Watzmanns, laufen wir jetzt nicht mehr.
Um 14.35 Uhr geht es dann zurück zur Station Königssee, die wir um
15.10 Uhr erreichen. Wir gönnen uns noch ein Eis auf der Hand und
laufen zurück zum Hotel. Zum Abendessen lassen wir uns einen
Tisch im Grünsteinstüberl reservieren. Dorthin laufen wir etwa 15
Minuten. Die Gaststube ist sehr gemütlich eingerichtet, und heute
abend gibt es sogar bayerische Livemusik. Wir müssen sehr lange auf
unser Essen warten, aber dafür bekommen wir dann zwei
Enzian-Schnäpse spendiert. Für Schweinefilet und Gulasch mit Spätzle
und drei Getränke zahlen wir 36 Euro plus Trinkgeld.
Donnerstag,
10.9. Wanderung auf den Jenner Wetter: meist sonnig mit ein paar
Wolkenfeldern, 18 °C
Als wir heute morgen aus dem Fenster
blicken, liegt Nebel im Tal. Aber auf den Webcams der Region sehen
wir, dass die Berge wolkenfrei sind. Nach dem Frühstück checken wir
aus dem Explorer Hotel aus (denn als wir unsere ursprüngliche
Buchung verlängern wollten, waren die nächsten Tage schon
ausgebucht) und fahren den Hang hinauf zur Pension Grünsteinblick.
Dort checken wir schon mal ein, da es sonst heute nachmittag zu spät
wird (Check-in bis 16 Uhr). Wir erhalten Zimmerschlüssel und
Gästekarte und stellen schon mal unser Gepäck ab. Von hier oben
haben wir einen tollen Blick auf den Watzmann, während das Tal unter
uns noch im Nebel liegt. Das Wetter sieht für heute also
vielversprechend aus. Wir machen uns auf den Weg zum Obersalzberg
und parken für 1,50 Euro mit Gästekarte auf dem großen
Hinterbrand-Parkplatz. Um 10.10 Uhr laufen wir los, zunächst auf
breitem Forstweg Richtung Mittelstation der Jenner-Bergbahn. Kurz
vor der Seilbahnstation biegen wir aber auf einen schmalen Pfad ab,
der entlang der Skipiste steil bergauf führt. An einem beschilderten
Abzweig Richtung Mitterkaseralm sollte man sich links halten. Hier
haben wir versehentlich noch einen kleinen Umweg über einen breiten
Pfad, der über eine Kuhweide führt, gemacht. Dabei kommen wir genau
unter den Gondeln der Jennerbahn hindurch. Am nächsten Abzweig
halten wir uns links und gelangen somit wieder auf den richtigen Weg
zur Alm, der auf einem breiten Forstweg an einem Tal entlang bergauf
führt. Um 11.30 Uhr kommen wir an der Mitterkaseralm vorbei. Von
dort geht es auf einem Teerweg zur Jenner-Bergstation, die wir 40
Minuten später erreichen. Nach weiteren 20 Minuten stehen wir um
12.30 Uhr nach insgesamt knapp 2,5 Stunden auf dem 1874 Meter hohen
Jennergipfel mit 360-Grad-Rundumblick. Wir haben einen herrlichen
Blick hinunter auf den Königssee und auf die umliegenden Berge wie
Hoher Göll, Hohes Brett und Schneidstein. Nur der Watzmann hüllt
sich mittlerweile wieder weitgehend in Wolken. 6 Kilometer und 760
Höhenmeter haben wir bis hierhier zurückgelegt. |
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Auf dem Rückweg
kehren wir im Gipfelrestaurant ein, das eine schöne Sonnenterrasse
hat. Bei Erbsensuppe mit Würstchen und Weißwürsten mit Brezel für 17
Euro mit Getränken genießen wir die wohlverdiente Pause. Um 13.50
Uhr laufen wir weiter. Es geht noch ein kurzes Stück auf gleichem
Weg zurück, dann biegen wir rechterhand Richtung Schneidsteinhaus
ab. Eine Abkürzung wäre über einen schmalen, steilen Steig vom
Gipfelrestaurant möglich. Nach 30 Minuten erreichen wir auf einem
schönen Aussichtspfad das Schneidsteinhaus. Dann geht es auf einem
breiten Forstweg an einer Schlucht entlang recht steil bergab. Um 15
Uhr sind wir an der Weggabelung, wo man links zur Gotzentalalm und
rechts zur Königsbachalm und zurück zur Jenner-Mittelstation und zum
Parkplatz Hinterbrand laufen kann. Wir gehen rechts, verzichten auf
den Abstecher zur Königsbachalm und kehren noch bei einer anderen
Alm, die am Weg liegt, auf zwei Gläser frische Kuhmilch für je 1
Euro ein. Hier genießen wir für eine halbe Stunde die Sonne mit
Blick auf Kühe und Berge, die in den Wolken hängen. Diesmal nehmen
wir hinter der Jenner-Mittelstation den Fußweg zurück zum Parkplatz
statt der Forststraße. Für den Abstieg haben wir knapp 2,5 Stunden
gebraucht. Um 16.40 Uhr sind wir nach insgesamt 6,5 Stunden, 16
Kilometern und 890 Höhenmetern wieder am Auto. Über die
Vorderbrandstraße fahren wir zurück nach Berchtesgaden und kaufen im
Rewe noch ein paar Sandwiches und Getränke fürs Abendessen ein. Dann
fahren wir zurück zur Pension am Hang unweit der Jenner-Talstation
und beziehen unser Zimmer, das ganz nett im bayerischen Stil
eingerichtet ist. W-LAN gibt es auch. Und wir haben sogar einen
kleinen Sonnenbalkon mit Blick auf den Watzmann!
Freitag,
11.9. Wanderung zum Kehlsteinhaus und Fahrt auf der
Rossfeld-Panoramastraße Wetter: meist sonnig, 20 °C im Tal,
kühler in den Bergen
Das Frühstücksbüffet ist gut mit frischen
Brötchen, Käse, Aufschnitt, frischem Gemüse (Tomate, Gurke,
Paprika), gekochten Eiern, Müsli, Obst, Kaffee, verschiedenen
Säften, usw. Auf Wunsch kann man auch Rührei bekommen. Nach dem
Frühstück fahren wir Richtung Berchtesgaden und biegen bald auf die
Rossfeldstraße ab. Für die Panoramastraße sind für ein Auto mit zwei
Insassen 7 Euro Maut zu bezahlen. Etwa zwei Kilometer hinter der
Mautstelle parken wir auf dem Wanderparkplatz Ofnerboden und laufen
um 9.50 Uhr los Richtung Kehlsteinhaus. Nach einem kurzen Einstieg
auf einem schmalen Waldpfad gelangt man auf einen breiten Forstweg,
der schließlich in eine schmale Teerstraße mündet, die sich in
vielen Windungen den Berg hinaufschraubt. Nach 1,5 Stunden erreichen
wir die Buswendeplatte unterhalb des Kehlsteinhauses, dem Eagle's
Nest. Die Fahrt mit dem Bus hierher über die spektakuläre
Kehlsteinstraße kostet ca. 14 Euro mit Gästekarte. Die letzten 124
Höhenmeter überwindet man mit dem zu Hitlers Zeiten in den Fels
gesprengten Fahrstuhl oder über einen schmalen geteerten Fußweg. Wo
wir nun schon so weit gelaufen sind, schaffen wir natürlich auch den
letzten Abschnitt noch zu Fuß. Dort hat man auch schon phantastische
Ausblicke ins Tal und hinüber zum Watzmann. Über das Wetter können
wir heute nicht klagen. Wir haben beste Sicht! Nach 25 Minuten haben
wir das Kehlsteinhaus auf 1834 Metern Meereshöhe erreicht. Insgesamt
haben wir 630 Höhenmeter auf 5,8 Kilometern überwunden.
Es ist 12
Uhr. Wir suchen uns einen Platz auf der großen Sonnenterrasse des
Bergrestaurants. Bei Gerstensuppe bzw. Leberkäse mit Kartoffelsalat
lassen wir es uns gut gehen und genießen den Blick auf die Berge.
Danach laufen wir noch zum Gipfelkreuz und machen wir uns auf den
Kehlstein-Rundweg, der auf schmalen Pfaden, zum Teil mit Leitern und
Seilsicherungen versehen, aber nicht wirklich schwierig, durch die
imposante Felsenlandschaft auf dem Bergrücken führt. Der Weg ist
toll und hat Spaß gemacht, zumal man hier abseits der
Touristenmassen rund um das Kehlsteinhaus unterwegs ist. Für den
Rundweg brauchen wir eine Stunde. Schließlich machen wir uns wieder
an den Abstieg, und nach einer Stunde und 20 Minuten sind wir um
15.30 Uhr wieder am Auto, wobei sich der Rückweg noch ein wenig
gezogen hat. Aber bergab ist es wenigstens nicht so anstrengend wie
bergauf. Insgesamt sind wir 13 Kilometer und 840 Höhenmeter
gelaufen. Nun fahren wir noch auf der Rossfeldhöhenringstraße
weiter, von der man auch tolle Ausblicke hat. Jetzt am Nachmittag
liegen die Berge allerdings im Gegenlicht. Auf dem Scheitelpunkt auf
1570 Metern Höhe gibt es noch einen 700 Meter langen Panoramaweg.
Dieser verläuft genau an der Grenze zu Österreich, und wir können
hinab ins Salzburger Land und hinüber zum Dachsteingebirge blicken,
das wir in den kommenden Tagen noch besuchen werden. Dann geht es
wieder hinunter nach Berchtesgaden, und um 17 Uhr sind wir wieder an
unserer Unterkunft. Nach der Dusche fahren wir hinunter zum
Königssee ins Restaurant Echostüberl, das direkt am See liegt und
leckeren frischen Fisch anbietet mit eigener Fischräucherei. Wir
nehmen beide den fangfrischen Bachsaibling mit Petersilienkartoffeln
und dazu einen Beilagensalat. Zusammen mit einem Federweißen und
einem alkoholfreien Bier zahlen wir 46 Euro plus Trinkgeld.
Samstag, 12.9. Wanderung zum Watzmannhaus Wetter: sonnig, 24 °C
Das Wetter ist heute perfekt, also auf zur großen Tour. Nach dem
Frühstück fahren wir nach Hinterschönau und zahlen mit Gästekarte
1,50 Euro Tagesgebühr auf dem Parkplatz Hammerstiel. Heute wollen
wir zum Watzmannhaus hinauflaufen. Alternativ kann man auch von der
Wimbachbrücke starten, aber ab Hammerstiel ist der Weg ein bisschen
kürzer, und man hat ein paar Höhenmeter gespart.
Um 9.20 Uhr laufen
wir los. Auf einem breiten Forstweg geht es leicht bergauf. Schon
bald kann man auch unser heutiges Ziel weit oben erkennen. Nach 45
Minuten erreichen wir eine Wegkreuzung. Von dort laufen wir weitere
20 Minuten bis zur Stubenalm. Kurz vor der Alm beginnt der Weg
steiler bergan zu führen. Nach insgesamt 1,5 Stunden haben wir schon
500 Höhenmeter geschafft. Die Hälfte liegt noch vor uns. An der
Mitterkaseralm auf 1408 Metern Höhe sind wir kurz nach 11 Uhr. Dort
machen wir erst mal eine halbe Stunde Pause. Dann geht es bald auf
einem Bergpfad weiter in die Höhe bis zur unbewirtschafteten
Falzalm, die wir um kurz nach 12 Uhr erreichen. Von dort eröffnet
sich uns eine tolle Aussicht ins Watzmannkar, und auch das
Watzmannhaus ist weit über uns zu sehen. Den Abzweig, den wir später
nehmen werden, lassen wir links liegen. Der Wanderweg führt in
vielen Serpentinen bergan, wobei uns die tollen Ausblicke bis
hinüber nach Berchtesgaden, zum Kehlstein und zum Jenner weiterhin
begleiten. Kurz vor dem Ziel kommen ein paar seilversicherte
Passagen, aber das ist alles nicht wirklich problematisch, und wir
brauchten uns auch nicht festzuhalten. Nur Höhenangst sollte man
sicherlich keine haben. Um kurz nach 13 Uhr sind wir dann oben. Der
Bergsteig der Richtung Watzmanngipfel führt (nur für Geübte) liegt
vor uns,
doch wir laufen rüber zum Watzmannhaus auf 1930 Metern Höhe
und suchen uns einen Platz auf der Sonnenterrasse und genießen die
Ausblicke auf die Berge. Wir bestellen zwei Mal die
Kaspressknödelsuppe und eine kleine Portion Kaiserschmarren. Laut
GPS sind wir 1074 Höhenmeter gelaufen. Nach etwa einer Stunde Rast
machen wir uns wieder an den Abstieg. Wir folgen den Kehren bergab
und erreichen nach 30 Minuten den Abzweig Richtung Kühroint-Alm. Der
Weg verläuft zunächst ein Stück über die Bergwiese, dann klettern
wir über den seilversicherten Falzsteig an einer Felswand bergab.
Auch das ist mit ausreichend Vorsicht nicht wirklich schwierig.
Weiter geht es über einen schmalen, felsigen und bei Nässe
glitschigen Waldpfad. Als wir aus dem Wald treten, bietet sich uns
ein sehr malerischer Anblick mit den Kühroint-Almen, die vor uns in
der Sonne liegen. Hier befinden wir uns auf 1420 Metern Höhe. Es ist
15.40 Uhr. Wir bestellen Apfelkuchen, der sehr lecker ist, Kaffee
und Johannisbeersaftschorle und lassen bei dem warmen Wetter mit
tollem Ausblick Richtung Watzmann die Seele baumeln. Um 16.30 Uhr
brechen wir dann wieder auf. In einer Viertelstunde geht es einen
breiten, aber steilen und gerölligen Waldpfad hinunter auf die
breite Forststraße, die zur Schapbachalm führt. Nach einem kurzen
Stück auf der Straße biegen wir rechts ab, wo ein weiterer
gerölliger, steiler Pfad durch den Wald eine Abkürzung darstellt.
Dann geht es auf der Straße weiter, aber der Weg wird nun wieder
flacher. Wir kommen an der Alm vorbei, und bald darauf sind wir
wieder an der ersten Kreuzung vom Hinweg. Es ist 17.15 Uhr. Eine
weitere halbe Stunde brauchen wir bis zurück zum Parkplatz
Hammerstiel und sind nach fast 8,5 Stunden wieder am Auto. Die
Gesamtweglänge war mit ca. 15 Kilometern angegeben. Auf dem Rückweg
zur Pension in Schönau machen wir noch einen Abstecher zum Rewe in
Berchtesgaden, wo wir uns mit Sandwiches fürs Abendessen eindecken.
Sonntag, 13.9. Salzburg und Gollinger Wasserfall Wetter:
vormittags sonnig, nachmittags bewölkt, max. 25 °C
Perfektes
Wetter für unseren Hochzeitstag! Nach dem Frühstück checken wir aus
der Pension Grünsteinblick aus. Da ich ein Bild mit einer schönen
Aussicht gesehen hatte, fahren wir in Berchtesgaden die Straße „Zum
Lockstein“ hoch. Es gibt einen Aussichtspunkt, der so heißt, aber
dorthin kommt man offenbar nicht mit dem Auto. Aber bereits von der
ersten Kurve, wo man hochfährt, hat man einen schönen Blick auf
Berchtesgaden und den Watzmann. Wir kommen noch mal am Parkplatz zur
Schellenberger Eishöhle vorbei. Als wir am Montag dort waren,
standen da nur eine Handvoll Autos, heute am Sonntag mit gutem
Wetter ist der relativ große Parkplatz jedoch schon komplett
überfüllt, und viele Autos parken wild am Straßenrand! Wir fahren
nun über die Grenze nach Österreich und wollen uns Salzburg
anschauen. Wir stellen das Auto ins Parkhaus und starten um 10.15
Uhr unseren Stadtrundgang. Wir laufen Richtung Dom, und auf dem
Residenzplatz findet gerade eine Gedenkfeier der Feuerwehr statt.
Dann spazieren wir weiter zur Getreidegasse mit Mozarts Geburtshaus.
Mit dem Aufzug fahren wir für 2,50 Euro pro Person auf den
Mönchsberg, wo sich das Museum der Moderne befindet.
Von dort kann
man gemütlich (etwa 1 km) zur Richterhöhe (mit 508 Metern die
höchste Erhebung des Mönchsberges) hinüberlaufen. Von der
mittelalterlichen Wehranlage hat man einen schönen Blick auf die
Festung Hohensalzburg. Bis dorthin ist es nun auch nicht mehr weit.
Man kann zu Fuß hochlaufen und zahlt 8 Euro Eintritt oder von unten
mit dem Schrägaufzug für 11,50 Euro hochfahren inklusive Eintritt.
Wir verzichten aber auf eine Besichtigung und laufen wieder hinunter
in die Altstadt und Richtung Salzach am Mozartsteg. Auf dem
Mozartplatz gönnen wir uns noch ein Eis auf der Hand. Nach insgesamt
2,5 Stunden sind wir wieder am Auto. Nun fahren wir zum Hangar 7
am Flughafen. Die Besichtigung der ausgestellten Flugzeuge und
Rennwagen ist kostenlos.
Um 13.30 Uhr geht es weiter Richtung
Autobahn. Wir fahren nach Süden und erreichen nach einer halben
Stunde Golling. Auf einer schmalen Straße geht es bis zum Parkplatz
am Gollinger Wasserfall. Am Kassenhäuschen vorbei (2,50 Euro pro
Person) läuft man noch etwa fünf Minuten bis zum unteren Wasserfall
mit einer Fallhöhe von 75 Metern. Über viele Treppen geht es dann
hoch zur oberen Stufe mit einer Fallhöhe von etwa 25 Metern und
schließlich zur Quelle, wo das Wasser aus dem Berg kommt. Mit Zeit
zum Fotografieren halten wir uns insgesamt eine Stunde hier auf. Auf
dem Rückweg machen wir noch Station am Gasthof, der am Weg liegt,
und essen einen leckeren Kuchen. Um 15.30 Uhr fahren wir dann
weiter Richtung Schladming, und nach gut einer weiteren Stunde sind
wir am Ziel. Für fünf Übernachtungen beziehen wir eine Ferienwohnung
im Bio-Holzhaus Heimat für 88 Euro pro Nacht im Örtchen Kulm bei
Ramsau am Dachstein. Die FeWo im Erdgeschoss hat ein Wohnzimmer mit
offener Küche und zwei Schlafzimmer. Es gibt auch eine große
Terrasse, aber diese befindet sich direkt an der Straße, und es
schien auch keine Sonne, wenn wir mal am Haus waren. Es gibt einen
großen Flachbildschirmfernseher und kostenloses WiFi, das wir
allerdings nicht nutzen können, weil unser Tablet kaputt gegangen
ist. Es wird ein kostenloser Brötchenservice angeboten, doch da der
Bäcker nur ein paar Gehminuten entfernt ist, werden wir uns selbst
Brötchen holen. Auch die Touristeninformation von Ramsau ist nur 5
Minuten entfernt. Schräg gegenüber davon befindet sich das
Restaurant Kulmwirt, wo wir heute zum Abendessen hingehen. Ich nehme
die Käsenockerl mit Schweinefilet und Volker das Rumpsteak mit
gebackenen Kartoffeln. Das Essen war sehr gut. Mit zwei Bier und
zwei Mal Sturm zahlen wir 52 Euro plus Trinkgeld.
Montag,
14.9. Wilde Wasser und Hochwurzen in den Schladminger Tauern
Wetter: wechselhaft, 19 °C
Wir machen uns Frühstück mit frischen
Brötchen, gekochten Eiern, Käse, Wurst, Frischkäse, Nutella, Kaffee.
Leider ist es heute morgen bewölkt, so dass wir planen, eine
Klammwanderung zu machen.
Um 9.15 Uhr fahren wir los, von
Ramsau-Kulm hinunter ins Tal von Schladming, und auf der anderen
Seite wieder hoch ins Rohrmooser Untertal. An einer Mautstation
zücken wir unsere kostenlose Sommercard, mit der wir die 7 Euro
Gebühr sparen, die sonst fällig werden. Während das Wetter hinter
uns eigentlich ganz gut aussieht, fahren wir leider immer mehr in
eine Regenwolke hinein, die weit hinten im Tal hängt. Na ja, was
soll’s. Hoffentlich wird’s besser. Nach einer halben Stunde Fahrt
parken wir auf dem letzten Parkplatz (P1) von insgesamt sieben.
Wanderschuhe und Regenjacke an und los geht’s. Am Almgasthaus
Riesachfall startet die Wanderung „Wilde Wasser“. Über Treppen geht
es durch den Wald nach oben und schon bald stehen wir am ersten
Aussichtspunkt auf den Riesachfall.
Der große und der kleine
Riesachwasserfall bilden zusammen mit einer Fallhöhe von 140 Metern
den höchsten Wasserfall der Steiermark. Und der Regen hört jetzt
auch schon wieder auf. Weiter geht es nach oben bis wir auf einer
Brücke den Wasserfall überqueren. Von dort kann man auch schon die
Hängebrücke, die weiter oben die Schlucht überquert, sehen. Hier
beginnt der Alpinsteig „Durch die Höll“. Höll ist der Name der
Schlucht. Die Hängebrücke ist 46 Meter lang und an der höchsten
Stelle 35 Meter hoch. Sie wurde im Jahr 2005 errichtet. Von dort
führt der Steig über viele eiserne Stufen und steile Treppen nach
oben. Trittsicherheit wird vorausgesetzt, aber alle Stellen sind gut
gesichert. Da es recht voll ist (vor uns war gerade der Inhalt eines
Reisebusses losmarschiert), staut es sich unterwegs ein wenig. Nach
einer Stunde und 20 Minuten sind wir schließlich oben an der
Gfölleralm auf 1357 Metern Höhe. Insgesamt sind wir ca. 280
Höhenmeter aufgestiegen. Wir laufen noch ein kurzes Stück weiter bis
zu einem Aussichtspunkt auf den Riesachsee. Dann machen wir uns über
die Forststraße auf den Rückweg. Als wir wieder die erste Brücke
erreichen, die unterhalb des Alpinsteigs über den Wasserfall führt,
kürzen wir dann jedoch ab, indem wir wieder die Treppen nach unten
nehmen. Der Wasserfall liegt jetzt in der Sonne. Um 12 Uhr sind wir
wieder unten am Parkplatz. Nun fahren wir zurück Richtung
Rohrmoos bis zur Talstation der Hochwurzen-Gipfelbahn. Eine Berg-und
Talfahrt pro Tag (mit einer Bahn unserer Wahl) ist in der Sommercard
ebenfalls inklusive.
Also wollen wir das auch ausnutzen und mal den
bequemen Weg auf die Berge nehmen. Die Berg- und Talfahrt kostet
sonst 13 Euro. Oben auf 1850 Metern über dem Meeresspiegel
angekommen haben wir nur 13 °C. Von hier oben hat man einen tollen
Blick auf das Dachsteinmassiv. Wir gehen erst mal in der
Hochwurzenhütte Mittagessen. Wir nehmen einen Wurstsalat und ein
kleines Schnitzel mit Kartoffeln. Danach laufen wir einen kleinen
Rundweg von 20 Minuten. Da es sich inzwischen wieder zugezogen hat,
sind wir nicht besonders motiviert. Wir laufen einen schmalen Pfad
ein Stück nach unten, dann noch ein Stück weiter abwärts auf der
Go-Kart-/Rodelbahn. Dort geht ein Weg nach rechts, und am nächsten
Abzweig steigen wir wieder rechts nach oben auf einem recht schönen
Waldweg zu einem kleinen Aussichtshügel. Auf dem letzten Stück
zurück zur Bergstation fängt es wieder an zu nieseln. Wir nehmen die
nächste Gondel nach unten und sind um 14 Uhr wieder am Parkplatz.
Nun fahren wir nach Schladming ins Erlebnisbad. Der Eintritt von
10,50 Euro pro Person für drei Stunden ist auch in der Sommercard
inklusive. Im Bad ist nicht viel los. Wir plantschen ein wenig
herum, nutzen die Rutsche mit „Black Hole“, lassen uns von
Wasserfällen berieseln und schwimmen im Strömungskanal. Nach einer
Dreiviertelstunde haben wir genug und fahren noch ins Zentrum von
Schladming. Unterwegs halten wir beim Spar, um ein paar Vorräte
einzukaufen. Zwischenzeitlich kam auch die Sonne wieder raus, aber
nachdem wir das Café verlassen, wo wir Kaffee getrunken haben,
regnet es wieder. Auf einen Besuch der Talbachklamm direkt am
Ortszentrum verzichten wir dann. Gegen 17 Uhr fahren wir zurück zur
Ferienwohnung. Heute abend gibt es Nudeln mit selbstgemachter
Tomatensauce.
Dienstag, 15.9. eBike-Tour zum Rittisberg
Wetter: bewölkt mit sonnigen Abschnitten, 19 °C
Nach dem
Frühstück halten wir kurz an der Touri-Info bei uns um die Ecke.
Dort fragen wir nach der Gletscherwanderung auf dem Dachstein und ob
man sich für die Seilbahnfahrt anmelden sollte, wie von der
Touri-Info in Schladming bei schönem Wetter empfohlen. Uns wird
gesagt, dass sie die Gletscherwanderung möglichst als geführte Tour
empfehlen. Da übermorgen eine geführte Wanderung stattfindet, melden
wir uns dafür an (kostenlos). Dann fragen wir noch nach einem
Fahrradverleih.
In der Ortsmitte von Ramsau parken wir bei
Intersport Bachler, wo wir zwei Mountain-eBikes bekommen können. Um
9.30 Uhr radeln wir los. Wir starten auf dem Tannenweg und dann
weiter auf dem Rittisrundweg über Greimelbacher, Halseralm und
Sonnenalm. Da die Bergauffahrt mit den Rädern mit Akku-Unterstützung
recht einfach geht, beschließen wir, noch den Gipfel des Rittisbergs
zu bezwingen. Wir wollen laut Karte auf dem „leichten Weg“ nach
oben, einem breiten Forstweg. Ein Abzweig, wo es auf einem Waldweg
hinter der Wiesmahdalm steil bergauf geht, endet im Wald. Also
wieder zurück und auf dem ursprünglichen Weg weiter nach oben
allerdings mit gemächlicherer Steigung. Hinter einem weiteren
Abzweig verweisen die Schilder zum „leichten Weg“ allerdings auf
einen schmalen Wurzelpfad, der steil durch den Wald nach oben führt.
Da die Richtung aber richtig zu sein scheint, schieben wir die Räder
dort hinauf. Zum Glück gelangen wir schon bald wieder auf den
breiteren Panoramarundweg Süd. Vor dem Rittisstadl geht es dann noch
mal links auf einem einfacheren Weg zum Gipfelkreuz. Die letzten
Meter laufen wir, und um 12 Uhr sind wir oben und genießen einen
grandiosen 360°-Ausblick auf den Dachstein (3004m) mit Mitterspitz
und Torstein und auf der anderen Seite die Schladminger Tauern bis
hin zur Großglocknergruppe.
Danach fahren wir zur Berghütte
Rittisstadl, wo wir auf der Terrasse in der Sonne sitzen und
Eiernockerl mit Salat und das Rittispfandl mit Ei, Käse und Speck
bestellen. Anschließend gibt es eine lange Abfahrt auf einem breiten
Forstweg bis runter zum Freizeitpark Ramsau Beach. Mittlerweise
schmerzt der Hintern aufgrund der schmalen Sättel schon ziemlich.
Wir fahren aber noch ein Stück weiter über den Tannenweg Richtung
Dachstein-Rundweg und dann über den Ramsauer Panoramaweg (Nr. 1)
über Lärchenhof und Knollhof wieder zurück. Am Felstererhof gibt es
noch mal eine lange Teerabfahrt bis Rössingstraße und runter zur
Hauptstraße Um 14.40 Uhr geben wir die Räder wieder ab. Uns wird nur
der Nachmittagspreis von 20 Euro pro Person berechnet inklusive
Sommercardrabatt. Laut GPS sind wir 32 Kilometer und 990 Höhenmeter
gefahren (kann gar nicht glauben, dass das stimmt mit den
Höhenmetern, denn so viel kam es mir gar nicht vor). Wir setzen uns
in Ramsau noch ins Eiscafé, dann geht’s zum Einkaufen in den Spar,
und um 16 Uhr sind wir wieder in der Ferienwohnung. Nach der Dusche
fahren wir aber noch mal los über die Vordere Ramsau und Weißenbach
Richtung Steirischer Bodensee. Mit der Sommercard sparen wir 3 Euro
Maut, doch nach 17.30 Uhr ist das Kassenhäuschen sowieso nicht mehr
besetzt. Vom Parkplatz aus sind es noch 10 Minuten Fußweg bis zum
See, der in einem Talkessel liegt. Am anderen Ende befindet sich ein
Wasserfall, den man in einem 30minütigen Spaziergang erreichen kann.
Doch da es schon recht spät ist und keine Sonne mehr scheint,
verzichten wir darauf und machen uns wieder auf den Rückweg. Zum
Abendessen kochen wir wieder selbst. Es gibt Nudeln mit Hühnchen.
Mittwoch, 16.9. Torwanderung unterhalb der Dachsteinwände
Wetter: erst bewölkt, dann meist sonnig, ca. 24 °C
Nach dem
Frühstück fahren wir gegen 8.45 Uhr los Richtung Ramsau Ort. An der
Mautstelle der Dachsteinstraße können wir durchfahren. Mit der
Sommercard sparen wir die 14 Euro Gebühr. Wir fahren bis zum Ende
der Straße und parken an der Seilbahnstation Türlwand auf 1700
Metern Höhe. Um 9.15 Uhr laufen wir los. Hinter der Seilbahnstation
geht es auf einem schmalen Pfad leicht bergauf, und in 40 Minuten
sind wir an der Südwandhütte auf 1910 Metern. Von der Terrasse hat
man eine tolle Aussicht, auch auf die Wanderstrecke, die wir heute
noch zurücklegen wollen. | |
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Wir beschließen, statt der 5-Hütten-Tour
die Torwanderung zu machen. Zunächst geht es ein Stück bergab.
Unterhalb der Dachsteinwände geht es dann erst einmal weitgehend
eben durch mehrere Geröllfelder. Die Landschaft ist grandios.
Bereits von der Südwandhütte aus konnten wir die steile Scharte
sehen, die wir nun nach oben steigen. Aufgrund des Gerölls würde ich
hier lieber nicht bergab laufen. Bergauf ist es anstrengend, aber
bald haben wir es geschafft und erreichen das natürliche Tor
zwischen Raucheck und Torstein. Nach zwei Stunden Wegzeit sind wir
um 12.15 Uhr oben und genießen die tolle Aussicht bei einer kleinen
Lunchpause mit Müsliriegeln. Nun kommt der Abstieg auf der anderen
Seite, der hier nicht so steil ist. Allerdings muss man dann noch
durch ein Geröllfeld absteigen, was aufgrund des losen Untergrunds
nicht ganz einfach ist. Schließlich haben wir es geschafft, und um
14 Uhr erreichen wir die Bachlalm. Wir essen Kaiserschmarren und
einen Hüttensalat. Um 15 Uhr brechen wir nach diesem kleinen
Abstecher wieder auf. Es geht ein Stück bergab, dann noch mal
bergauf, wobei es im Maralmboden und an der Neustattalm noch ein
paar tolle Aussichten gibt. Nach 1,5 Stunden sind wir um 16.30 Uhr
wieder am Türlwand-Parkplatz. Insgesamt waren wir gut 7 Stunden
unterwegs und sind laut GPS 14 Kilometer und 890 Höhenmeter
gelaufen. Wir fahren zurück zu unserer Ferienwohnung. Zum Abendessen
gab’s noch mal das gleiche Essen (aber frisch gekocht) wie gestern.
Donnerstag, 17.9. Wanderung vom Dachstein-Gletscher zum Guttenberghaus
Wetter: meist bewölkt, 7 °C auf dem Gletscher, sonst 25 °C
Heute
stehen wir früh auf, holen Brötchen vom Bäcker, frühstücken schnell
und stellen uns dann an die Bushaltestelle vorm Haus. Um 7.33 Uhr
soll der Bus kommen, doch er hat gut 15 Minuten Verspätung. Der Bus
sammelt Schüler und Wanderer ein. Mit der Sommercard brauchen wir
nichts zu bezahlen. Wir fahren die Dachsteinstraße hoch und steigen
an der Endhaltestelle an der Seilbahnstation Türlwand aus. Dort
sammelt sich die Gruppe für die Gletscherwanderung, für die wir uns
vor zwei Tagen bei der Touri-Info angemeldet haben. Wir sind ca. 25
Personen. Den Sommer über gab’s wohl schon Wanderungen mit etwa 80
Leuten! Zwei Wanderführer sind dabei. Wir gehen durch zur Seilbahn,
wo um diese Uhrzeit noch keine Schlange ist. 54 Personen passen in
eine Gondel.
Wer die Panoramagondel erwischt, kann sogar oben auf
dem Dach mitfahren! Wir nehmen die Gondel um 8.15 Uhr. Auch diese
Fahrt (eine Berg-und Talfahrt pro Woche – regulärer Preis 35 Euro)
ist mit der Sommercard gratis. Um 8.45 Uhr soll sich unsere Gruppe
oben am Gletscher treffen. An der Bergstation angekommen, gehen wir
noch mal schnell zur Toilette, und ich will unbedingt noch auf die
Hängebrücke, die höchstgelegene Hängebrücke Österreichs, die 2013
errichtet wurde. Also nichts wie hin. Eintritt kostet 3 Euro. Hier
oben auf 2700 Metern Höhe fegt der Föhnwind mit 60 Kilometern pro
Stunde. Aber die Brücke ist fest verankert. Hier wackelt nichts. Ich
laufe noch schnell zur „Treppe ins Nichts“ für den Blick nach unten.
Dann schnell zum Treffpunkt, wo wir gerade rechtzeitig ankommen.
Schon geht es los zum Schladminger Gletscher hinunter. Da es bergab
geht und der Weg vereist ist, kann man schnell ins Rutschen geraten.
Mit den Trekkingstöcken kann man sich aber ein wenig ausbalancieren.
Bald ist es geschafft. Pistenraupen machen den Weg frei. Im Winter
ist hier oben Skigebiet. Aktuell sollen es 7 °C sein. Wir laufen nun
quer über den Gletscher, der laut unserer Wanderführer noch nie so
weit weggeschmolzen ist, wie dieses Jahr, da der Sommer so warm war.
Anschließend geht es durch ein riesiges Geröllfeld, die „Landschaft
am Stein“. Wir müssen einige geröllige, steile Abschnitte hinunter.
Hier zeigt sich schon, wer gut mit dem Gelände zurechtkommt. Wir
teilen uns quasi in eine schnelle und eine langsame Gruppe. Da ich
viel fotografiere, hänge ich immer wieder mal in der langsamen
Gruppe. Es geht durch eine schöne Felsenlandschaft. Leider zeigt
sich der Himmel etwas zugezogen. Aber aufgrund des Föhnwetters ist
es nicht kalt. Wie unsere Bergführer berichten ist hier oben aber
auch schon mal eine Gruppe erfroren, die Warnungen vor einem
Wetterumschwung in den Wind geschlagen hat („Heilbronner
Dachsteinunglück“).
Es gibt ein paar kurze Abschnitte, wo es bergauf
geht, ansonsten läuft man meist bergab. Schließlich steigen wir über
die Feistererscharte hinab. Es gibt ein paar seilversicherte
Abschnitte, die eigentlich nicht schwierig und nicht sonderlich
ausgesetzt sind, wo sich aber ein paar Teilnehmer schwer tun. Unsere
Bergführer sind hier helfend zur Hand. Oberhalb unseres Ziels, dem
Guttenberghaus auf 2146 Metern Höhe, fegt uns der stürmische Wind
fast vom Berg. Der Föhn weht mit 80 Stundenkilometern. Mir hat’s
Spaß gemacht, da es keine allzu schwierigen oder gefährlichen
Stellen gab, aber man muss schon aufpassen. Der Wind war nicht ohne
und hat manchen sicher Angst eingeflößt. Mit unseren Führern hatten
wir aber keine Sorge, den Weg weiterzugehen. Nach vier Stunden
erreichen wir um 12.45 Uhr die Berghütte. Hier löst sich die Gruppe
auf. Unsere Wanderführer verabschieden sich. Wegen des Windes kann
man nicht draußen sitzen. Wir stärken uns in der Hütte mit
Erbsensuppe. Nach dieser Pause von etwa 45 Minuten machen wir uns an
den weiteren Abstieg. Nun geht es noch mal 1000 Höhenmeter in vielen
Windungen nach Ramsau hinunter.
Nach einer Weile geht der Wanderweg
in einen Fahrweg über. Nach 1,5 Stunden machen wir noch mal
Kaffeepause auf der Lärchenbodenalm. Es gibt Walnusskuchen, Kaffee,
Johannisbeerschorle, ein Bier und einen Heidelbeerlikör. Die Alm
wird offenbar von vier feschen, jungen Leuten geführt, die in Dirndl
und Lederhosen servieren und Ziehharmonika spielen. Wir genießen die
Sonne mit Blick auf die Almwiesen, und nach einer Dreiviertelstunde
machen wir uns auf den letzten Wegabschnitt. Nach 30 Minuten, gegen
16.15 Uhr, erreichen wir den Feistererhof in Ramsau und die
Teerstraße. Wir machen aber noch einen kleinen Umweg über einen
Wald- und Wiesenpfad und am Ramsaubach entlang zurück nach Kulm. Um
17.15 Uhr sind wir wieder an unserer Ferienwohnung. Laut Navi haben
wir ca. 17 Kilometer zurückgelegt und sind 1500 Meter abgestiegen.
Zum Abendessen und als Urlaubsabschluss gehen wir noch mal ins
Restaurant Kulmwirt. Wir nehmen beide das Saftgulasch mit Nockerln,
was wieder sehr gut ist. Dazu genehmigen wir uns Bier und Sturm.
Freitag, 18.9. Fahrt nach Bad Tölz Wetter: bewölkt, ca. 18 °C
Heute
ist Abreisetag. Wir bringen die Wohnung noch ein wenig in Ordnung.
Die Endreinigungsgebühr wird uns danach erlassen. Kurz nach 9 Uhr
fahren wir los. Über Filzmoos geht es zurück zur Autobahn. Wir
tanken noch, und um 10.25 Uhr stehen wir am Grenzübergang Walserberg
bei Salzburg im Stau. Seit dieser Woche wird hier wieder
kontrolliert, da in der letzten Zeit so viele Flüchtlinge aus Syrien
und anderen Staaten über die Grenzen Richtung Deutschland wollen.
Eine Stunde und 15 Minuten dauert es, bis wir durch sind. Am Ende
können wir unkontrolliert durchfahren. Offenbar finden Kontrollen
nur stichprobenartig statt. Um 12.30 Uhr fahren wir hinter Rosenheim
von der Autobahn ab. Eine halbe Stunde später sind wir in Bad Tölz,
wo wir uns das historische Zentrum anschauen. Hier gibt es auch
viele Häuser mit Lüftlmalerei. In einer Metzgerei essen wir noch
Eiernockerl und eine Semmel mit Würstchen. Noch eine Stunde Fahrt,
dann sind wir bei meiner Schwester angekommen, wo wir den letzten
Abend unserer Reise verbringen werden. Samstag, 19.9. Rückfahrt nach
Düsseldorf Wetter: ein Mix aus Sonne und dramatischen Wolken,
zwei kurze Regenschauer, ca. 18 °C
Nach einem relativ frühen
Frühstück fahren wir gegen 9 Uhr los. Auf der Rückfahrt haben wir
diesmal zum Glück kaum Stau, so dass wir einschließlich einer kurzen
Pause bei McDonalds gegen 16 Uhr wieder zuhause sind.
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